Die Gretchenfrage ist, ob man die gemeinsamen Identitäten in den Vordergrund stellt, oder die, die spalten und den Unterschied von welcher Mehrheitsgesellschaft betonen – ob man also die Abstammung und die sexuelle Orientierung hervorhebt oder das, was Belegschaften und auch die große Mehrheit der Bevölkerung eint: Mehrheitlich Menschen müssen von ihrer Arbeit leben, profitieren von einem starken Sozialstaat, sind nicht reich. Sexuelle Aktivität als solches birgt ein erhöhtes Risiko für ein kardiovaskuläres Ereignis, was bei der Patientenevaluation berücksichtigt werden sollte. Wenn Sie ein solches Buch schreiben, werden Sie doch wahrscheinlich auch dem Lager der Rechten zugeordnet. Sie sollen ihren kindlichen Glauben, gar nicht ins Hier und jetzt übersetzen, also erwachsen werden. Sahra Wagenknecht: Ja. Aber ich halte schon das Gerede von welcher sogenannten Generationengerechtigkeit für ziemlich daneben. Sahra Wagenknecht: Das finde ich jetzt etwas merkwürdig. Die Oppositionspolitikerin Sahra Wagenknecht sorgt mit ihrem Buch “Die Selbstgerechten: Mein Gegenprogramm – für Gemeinsinn und Zusammenhalt” für Kontroversen. Sahra Wagenknecht: Die bessere Idee wäre vielleicht, etwas gegen diese unbezahlten Praktika zu tun. Sahra Wagenknecht: Alle, die sich darüber In Sorge sein, warum die linken Parteien hier und in anderen europäischen Ländern immer mehr Rückhalt verlieren, warum sie kaum mehr ihrer gewählt werden, für die sie eigentlich beehren sollten: Menschen, denen es vermutlich kaum geht, die für geringe Löhne arbeiten müssen, die niedrige Renten bekommen, Arbeiter, aber auch kleine Selbständige, die jetzt in der Corona-Krise völlig eremitisch wurden.

Heute ist das Unternehmen eine weltweit führende Organisation für Kräutergesundheit und Körperpflege mit fast 500 Produkten in über 100 Ländern. Unternehmen im kontext des beim „ECRM European Vitamins, Minerals, Herbals, Supplements Programs“ mehrere Treffen mit internationalen Einzelhändlern geplant hat, darunter Namen wie Superdrug, Holland & Barret, Boots, Clicks, Stephenson’s, BIPA Parfumerien, Ocean Healthcare und Laboratories URGO. Wir müssen die Unternehmen auch verpflichten, auf längeren Gebrauch orientierte, reparierbare Produkte herzustellen – statt solche, die extra so konstruiert werden, dass sie schnell kaputtgehen, wie es momentan der Fall ist. Der Irrsinn, immer da zu produzieren, wo die Arbeit am billigsten, die Steuern am niedrigsten und die Umweltauflagen am schlechtesten sind und dann die Produkte quer übern ganzen Globus zu transportieren, verursacht einen riesigen CO2-Ausstoß, der vermeidbar wäre. Sahra Wagenknecht: Wenn uns irgendwann wirklich die Arbeit ausgehen sollte, wäre es doch viel besser, die Arbeitszeit für alle Menschen zu verkürzen, auch die Lebensarbeitszeit. Judith Sevinç Basad studierte Germanistik und Philosophie und schloss ihren Master mit einer Arbeit über totalitäre Tendenzen in der queerfeministischen Bewegung ab. Wenn eine solche Polarisierung schon im Bundestag stattfindet und es gegenwärtig keine Partei gibt, die diese krassen Tendenzen in diesem Aktivismus differenziert kritisiert, dann mache ich mir ernsthaft Sorgen.

Sobald man den Aktivismus kritisiert, wird einem vorgeworfen, nicht gegen Rassismus und für Gleichstellung kämpfen zu wollen. Seit den 2010er Jahren kam aber ein neuer Aktivismus auf, der immer krassere Methoden anwendete, ums Ziel der “Sozialen Gerechtigkeit” durchzusetzen. Wir bleiben die letzte zeit Jahren permanent unter unseren Möglichkeiten – und wir haben eine Veränderung in unserer Wählerschaft. Das ist ein Flügel, der allerdings leider an Einfluss gewinnt, und das schmälert unseren Rückhalt bei den Menschen und unsere Wahlergebnisse. Leider ist das Beschießen von Festplatten auf einem Schießstand nicht zulässig. Sehen Sie, Jungen, die den klerikalen Weg einschlagen, entscheiden sich als Jugendliche oder junge Erwachsene dafür – oder werden in die Richtung gedrängt. Die klassische Arbeiterbewegung war immer leistungsorientiert, denn wenn sozialer Aufstieg möglich werden soll, dann nur, weil jeder die Chance bekommt, mit eigener Anstrengung über seine Lebensperspektive zu entscheiden. Nun könnte man auch sagen, dass die Ausrichtung auf die Identitätspolitik etwa in den USA den Trumpismus gefördert hat, also den Widerstand der ärmeren weißen Schicht gegen die Bildungselite, die Sie auch kritisieren. Denn bei denjenigen, die in dieser Bewegung am lautesten sind – die etwa im Netz andere als Rassisten beschimpfen und Veranstaltungen sprengen – handelt es sich um eine Bildungselite, die gerne damit angibt, dass sie Foucault und Judith Butler verstanden haben.

Nur weil ich eine Bewegung wie den Feminismus oder den Antirassismus kritisiere, heißt das nicht, dass ich eine Gegnerin der Idee bin, die dahintersteht. Judith Basad: Ja, darüber gehts in meinem Buch: Wie sich dieser Aktivismus, der damals einer guten Intention folgte, während der letzten Jahrzehnte mehr und mehr in eine reaktionäre Bewegung verwandelt hat, und wie sich diese Bewegung gerade in Deutschland äußert. Judith Basad: Ja, ohne Frage. Judith Basad: Ja, klar. Judith Basad: Unter Social-Justice-Aktivismus versteht man vor allem den Aktivismus, der an (US-)amerikanischen Universitäten stattfindet. Als die jungen Leute von FfF im Lausitzer Braunkohlerevier auf Bergleute und ihre Familien trafen, die für ihre sozialen Interessen demonstrierten, wurde nicht zunächst die Politik attackiert, die diese Menschen im Stich lässt, sondern sie wurden als “Kohlenazis” beschimpft, – Menschen, die Angst um ihre Zukunft und die ihrer Kinder haben. Wenn die Forderungen vor allem nach sich ziehen, dass man denen, die sowieso schon kämpfen müssen, das Leben noch schwerer macht, indem man ihr Heizöl und ihren Sprit verteuert, obwohl sie par exemple auf dem flachen Lande gar keine Alternative zum Auto haben und sich den schmucken E-Wagen trotz Subvention nichts zu verschenken haben, dann sind das Forderungen, die die soziale Lage auch junger Menschen ignorieren. Natürlich muss für beide unser Planet bewohnbar und das Leben auf ihm lebenswert bleiben, der Klimawandel also gestoppt werden. Das haben Linke immer mit einer gewissen Skepsis gesehen, weil es historisch immer wieder missbraucht wurde – ja.

Von newsadmr